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(Milch)SHAKE

Montag den, 15.11.2004
19.42 Uhr


Bananen? In diesem Haus…Obst? Herrlich! Ich leg mir die Bananen beiseite, krame im Schrank nach einem Messbecher. Aus dem Kühlschrank hole ich eine Tüte Milch.
Die Küchentür öffnet sich, meine Mutter kommt rein, öffnet eine Schranktür kramt darin herum, schließt den Schrank, geht aus dem Zimmer und schließ hinter sich die Küchentür.
Ich gebe ihr keine zwei Minuten und die kommt wieder!
Ich schäle eine Banane und fange an sie zu brechen und in den Messbecher zu werfen.
Die Küchentür öffnet sich, Mutter kommt rein geht wieder Richtung Schrank.
Die Tür steht nur einen Spalt offen…
„Mama ich müsste dir da was sagen…“
Meine Mutter guckt mich an, setzt an zu antworten. Ihr Mund öffnet sich, aber ich bin schneller:
„Ich bin schwul“
Blitzreaktion: sie steht an der Tür, versetzt ihr einen leichten aber bestimmten Tritt, die Tür fällt ins Schloss. Schon in der Vierteldrehung die sie braucht um mich anzusehen fragt sie, wie den Rest des Abends mindestens noch 100mal:
„Bist du dir sicher?“
„Ja“
Die zweite Banane wird geschält, zerhackstückelt und in den Becher verfrachtet.
Sie steht jetzt neben mir seitlich an den Herd gelehnt.
„Wieso glaubst du das?“
„Ich weiß es halt, keine Ahnung…“
„Bist du denn verliebt oder wie kommst du darauf?“
„Nein, ich weiß es halt…“
Die dritte Banane landet im Becher. Ich geh an eine Schublade um mir den Mixer zu holen.
„Reden die anderen dir das ein?“
Gedacht: Für wie blöd hältst du mich???
Gesagt: „Nein“
Ich schütte die Milch in den Becher so dass gerade die obersten Bananenstücke noch zu sehen sind.
„Warst du mal verliebt in einen Jungen?“
„Ja“
„Bist du sicher, dass es nicht nur eine Phase ist?“
„Ja, dafür dauert es viel zu lange.“
Ich stecke den Stecker des Mixers in die Steckdose.
„Wie lange weißt oder denkst du es denn schon?“
Ich lächle sie aufmunternd an
In Gedanken: Von denken kann lange nicht mehr die Rede sein
„Schwer zu sagen… seit einem Jahr bin ich mir sicher…“
Die Hälfte des Satzes geht fast im Geräusch des Mixers unter, der munter dabei ist die Bananen zu pürieren.
„Aber du warst doch auch mal in ein Mädchen verliebt?!“
Der Mixer stört schon ein wenig
Aber ein bisschen muss es noch, sonst schwimmen da so Bananen Bröckchen drin rum
„Ja aber das ist schon verdammt lang her… und Wirklich war das auch nicht.“
„Was war mit dieser Carolin?“
Ich lächle sie noch mal an, jetzt mischt sich allerdings auch etwas Verlegenheit mit rein:
„Hm… Ich hatte gehofft vielleicht doch noch das Ufer wechseln zu können…“
Ich geh an meiner Mutter vorbei an die Spüle und versuche möglichst wenig mit dem Mixer zu tropfen.
Ich halte den Mixer unters Wasser, trockne ihn ab und lege in zurück in die Schublade. Meine Mutter sieht mir zu bleibt aber an der Uhr hängen.
„Es ist kurz vor acht… **** und ****** kommen gleich (Freunde von meinem Vater), besser
wir gehen hoch.“
Sie geht zur Tür öffnet sie, wartet auf mich.
Ich schnappe mir ein Glas und den Milchshake und folge ihr.
An der Treppe angekommen klingelt es. Meine Mutter öffnet.
„Hallo! Na, alles klar? Heiko ist im Wohnzimmer.“
Komisch so hatte sie eben nicht gelächelt…
Aber auch ich setze ein Lächeln auf. „N’abend“
In meinem Zimmer angekommen klappe ich mein Bettsofa erst mal um.
Stille
„Meinst du Papa und ich haben was in der Erziehung falsch gemacht?
Sie macht sich Vorwürfe, AMEN
„Nein, das ist doch quatscht…“
„Aber woher kommt’s dann?“
„Keine Ahnung, die Gene denk ich mal?!“
Sie kommt echt nicht damit klar?! Das hab ich so nicht gewollt
Die ersten Tränen werden noch erfolgreich bekämpft.
„Das ich nicht begeistert bin kannst du dir denken!“
„Damit hab ich auch nicht gerechnet.“
„Ich hätte mir was anderes für dich gewünscht.“
„Echt? Wie? Ich find es okay.“
„Du wirst es viel schwerer haben!“
„Glaub ich nicht. Ich kenne kaum jemanden bei dem ich mir vorstellen könnte dass er ein Problem damit hat.“
In Gedanken: Außer du????!
„Aber später mal! Ich hätte es mir anders gewünscht!“
Die erste Träne rollt. Mit ihr ca. 100.000 andere.
Aber auch meine Mutter muss sich zusammenreißen.
Schweigen
„Komm mal her!“
Ich setze mich neben sie.
Ich gucke sie an. Sie lächelt.
Sie nimmt mich in den Arm, ich heule nur noch.
„Bist du denn damit glücklich?“
„JA!“

„Dann ist es OK! Es wäre schlimm wenn du damit ein Problem hast.“
„Nein… hab ich nicht.“
Zwischen durch immer damit beschäftigt mir meine Augen trocken zu reiben und krampfhaft das heulen zu unterdrücken, obwohl dabei immer dieses nervende Schluchzen zustande kommt…
„Du hättest es Papa ruhig zuerst sagen können. Der hätte damit nicht so ein Problem wie ich.“
Sie versucht sich zu retten:
„Ich hab damit auch kein Problem, aber das ist schon ein hartes Stück für mich.“
Schweigen
Ein Blick auf die Uhr: 20.56 Uhr
„Musst du noch Hausaufgaben machen?“
Den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden…Damit wäre endlich Ruhe…
„Ja!“
„Gut dann geh ich jetzt mal… Du solltest es Papa auch sagen!“
„Ja mach ich… aber nicht heute!“
„Aus dem Milchshake is wohl nicht viel geworden?“, lächelt sie mich an.
Aber ich habe ihn trotzdem getrunken, wirklich lecker war er aber nicht.

Und jetzt weiß ich auch warum:
Ich hatte den Zucker vergessen!
5.4.06 23:23




Viele von euch werden das schon kennen, aber im Moment hab ich leider keine Zeit irgendwas zu schreiben...
Und damit hier nicht alles verstaubt, hier eine ziemlich unaktuelle Geschichte... Aber hey 1 1/2 Jahre, ist euch das auch so kurz vorgekommen?
5.4.06 23:27


Ohne Worte

6.4.06 20:44


Brainstorming bei Maren – und der Groschen ist gefallen

Endlich, endlich, endlich habe ich es verstanden.
Die Gedanken in den letzten Wochen und Monaten waren schon beängstigend und erschreckend, fast schon psychotisch. Die Panik wurde immer größer. Die Panik sich nie wieder so sehr in jemanden verlieben zu können wie es zu letzt der Fall gewesen war. Die Panik, die "Krone der Gefühle" mit 18 erreicht zu haben und mit 18 auch schon abgehakt zu haben. Die Panik, dass das schon alles war und dass man jetzt nur noch in seichtem Gewässer vor sich hin dümpelt. Und diese Gefühle hab ich vergeben an jemanden, den ich jetzt am liebsten irgendwo im Kosovo sehen würde? Na dann gut’ Nacht.
Solche Gefühle hatte seit dem kein anderer mehr wecken können. Und meine Aggressionen nehmen ein ungeheures Ausmaß an wenn ich nur daran denke.
Völlig falsch gedacht! Dabei ist es so einfach. Immer noch blind und engstirnig, wo die Antwort doch eigentlich so einfach ist. Der Maßstab ist zu hoch! Und bringt man mal Licht ins Dunkel liegt es doch ganz offen: Die Gefühle für jenen einen waren doch auch nicht von Anfang an da. Auch die haben sich entwickelt. Denke ich an meine ersten Gedanken an eben jenen wird völlig klar: Auch hier waren die Gefühle alles andere als auf dem Level, die sie zur „Blütezeit“ erreicht hatten. Ganz im Gegenteil die ersten Gedanken waren ganz anderer Natur und ziemlich egoistisch. Und trotzdem ist dann doch was ziemlich großes draus geworden. Logisch denn auch diese Gefühle hatten sich entwickelt. Gut es war ein Griff ins Klo, aber darum soll’s nicht gehen. Warum sollten diese Gefühle jetzt als Maßstab für jemand anderen gelten? Totaler Quatsch! So war’s nie und so wird’s auch nicht sein. Aber genau das habe ich die ganze Zeit erwartet. Blöd?! Der Maßstab müßten jene ersten Gedanken sein und das kann nicht so das Problem sein. Aber warum bin ich erst jetzt darauf gekommen? Peinliche Aktion. Aber umso glücklicher bin ich es endlich verstanden zu haben. Erst die seichten Gewässer, dann das Meer. Die Sintflut hat schließlich auch mit einem Regen angefangen. Offenkundig. Und Roman hat vier Monate Gebraucht das zu verstehen. Glanzleistung! Aber er hat’s verstanden und das ist der springende Punkt. Also her mit den seichten Gewässern: Ich wär dann jetzt auch mal soweit.

Sanya bha vara la
18.4.06 13:44


Eirene vs. Nemesis

Als ich erfahren habe, dass sich jemand, den ich auf den Tod nicht leiden kann, verletzt hat, hab ich fast getanzt vor Freude. Ich konnte weder das gehässige Lachen noch das verklärte Strahlen aus meinem Gesicht zaubern… und es hält schon seit Tagen an. Genauso weiß ich, dass mich allein diese Schadenfreude mindestens über Monate aus jedem drohenden Stimmungstief retten kann. Und ich würde wahrscheinlich nie wieder, besser gesagt bis es verheilt ist, aufhören mit diesem radioaktiven Strahlen, wüsste ich nicht dass es falsch ist. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie mich das ärgert! So kann ich meine Schadenfreude überhaupt nicht richtig genießen, zumindest nicht ohne ein Gewissen, das versucht mit einem Vorschlaghammer in meinem Kopf Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber ich MUSS das genießen! Diese Person hat noch ganz andere Sachen verdient! Das hier ist nur ein minimaler Trost. Von Fairness hat jener einer nämlich auch keine Ahnung, warum sollte ich mich also krumm machen? In meinen Augen ist dies kleine Unglück der Funke Gerechtigkeit der mir zusteht. Ok, ok ich merks ja selber Nemesis geht ziemlich eindeutig in Führung. Traurig eigentlich, denn mit der Einstellung gewinnt Eirene bei mir sicher keinen Blumentopf. Ich hab nichts gegen ein gesundes Maß an Schadenfreude, also wenn jemand mal stolpert oder vom Stuhl fällt, bei so Geschichten kann man herzlich lachen. Davon werden sich wohl auch die wenigsten freisprechen können. Aber eine echte Verletzung hat da schon ein anderes Gewicht… Auf der anderen Seite ist die Person putz munter und würde ich es nicht wissen, wäre mir nicht mal aufgefallen, dass sie verletzt ist. Das ist es auch, was mein Gewissen wieder einigermaßen auf Eis legt die Rachsucht aber wieder aufschrecken lässt, und jene zwingt auch wieder das Gewissen zu einer Reaktion:

maN hättE den schMerz sehEn müsSen, das wäre eIn auSgleich

schwEIg, das auch nuR zu denkEn macht dich ebeNso schlEcht wie sie selbst

Den Punkt muss ich schweren Herzen und doch irgendwo erleichtert an die gerechte Eirene geben. Und spätestens jetzt steht für mich fest, dass ich solche Gewissens Fragen hasse. Sie sind zeitaufwendig, lästig und vor allem unnütz…
Also hier mein Kompromiss zu der ganzen Geschichte:
„Man macht sich nicht über Behinderte lustig!“
Mit dem Satz kann ich das doch alles top abspeichern?! Ich habe eine eindeutige Beleidigung mit eingebaut, bleibe trotzdem fair und schränke meine Schadenfreude entschieden ein. Damit müsste auch Nemesis als Göttin der Vergeltung leben können.
Eins steht bei der Sache aber für mich fest: Habe ich keine anderen Sachen zu tun?! ARGH!!!!

P.S.: Und ich freue mich doch! :D
25.4.06 19:42





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